Die verborgene Hilflosigkeit im Weiblichen und Männlichen Wesen 2.0

 

Wenn Hilflosigkeit zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen Wesen steht.

Es gibt Momente in Beziehungen zwischen Männern und Frauen in denen etwas Seltsames geschieht:

Beide fühlen sich hilflos. Und doch zeigt sich diese Hilflosigkeit auf völlig unterschiedliche Weise.

Könnte es sein, dass das männliche Wesen sich manchmal hinter seiner eigenen Hilflosigkeit versteckt?

Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Schutz.

Vielleicht, weil das männliche Prinzip so tief mit Handlung, Richtung und Verantwortung verbunden ist, dass Hilflosigkeit sich anfühlt wie ein Versagen. Und wenn etwas sich wie ein Versagen anfühlt, dann ist Rückzug manchmal der einzige Weg, die eigene Würde zu bewahren.

Also geschieht etwas Paradoxes:

Der Mann zieht sich zurück schweigt, erstarrt, wird passiv oder unklar. Nicht, weil er nichts fühlt. Sondern weil er nicht weiß, wie er handeln kann, ohne sich selbst zu verlieren.

Und auf der anderen Seite?

Könnte es sein, dass das Weibliche Wesen aus seiner eigenen Hilflosigkeit heraus ebenfalls innehält?

Dass sie spürt, dass etwas nicht stimmt, aber nicht weiß, was jetzt richtig wäre.

Das Weibliche Wesen ist tief verbunden mit Wahrnehmung, Resonanz und Beziehung.

Wenn die Bewegung des Männlichen Wesens ausbleibt, entsteht oft ein inneres Warten. Nicht unbedingt bewusst. Eher wie ein leises Gefühl:

„Ich spüre, dass etwas geschehen müsste… aber ich weiß nicht, ob ich es bin, die jetzt gehen sollte.“

 

Und so entsteht ein stiller Raum zwischen beiden:

Er versteckt seine Hilflosigkeit hinter Rückzug. Sie bleibt mit ihrer Hilflosigkeit im Warten.

Zwei Formen von Ohnmacht, die sich gegenseitig verstärken.

Doch vielleicht liegt genau hier eine Einladung. Nicht darin, dass einer stärker wird als der andere.

Sondern darin, dass Hilflosigkeit sichtbar werden darf.

 

Wenn das Männliche Wesen sagen kann:

„Ich weiß gerade nicht weiter.“

Und das Weibliche Wesen sagen kann:

„Ich warte, weil ich Angst habe, etwas falsch zu machen.“

 

Dann entsteht etwas Neues:

Kein Kampf.

Kein Rückzug.

Sondern Begegnung.

 

Vielleicht beginnt echte Verbindung genau dort,

wo weder das Männliche noch das Weibliche Wesen stark sein müssen.

 

Übe dich in deiner Selbstwahrnehmung:

Wo verstecke ich meine eigene Hilflosigkeit?

Warte ich auf eine Bewegung des Anderen, statt meine eigene zu zeigen?

Was würde geschehen, wenn Hilflosigkeit nicht verborgen werden müsste?

 

Vielleicht ist Hilflosigkeit nicht das Ende von Verbindung. Vielleicht ist sie manchmal ihr Anfang.

  

 Verfasserin: Vera Niermann

©2025 Vera Niermann

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